Auftakt für Ask-Dogan

Heute ist der 8. Deutsche Diversity Tag – ein Tag, an dem in Unternehmen bundesweit Aktionen stattfinden, die für Vielfalt aufrufen – oder zumindest ein Bewusstsein dafür schaffen wollen. Ein Tag, der eher die Vermarktung von Vielfalt aus Gründen der Imagepflege der Unternehmen und wirtschaftlichem Profit in den Vordergrund stellt als die menschliche Würde. Ich nutze diesen Tag als Auftakt für meine Webpräsenz. Sie ist noch lange nicht ausgereift, aber es ist mir ein starkes Bedürfnis, damit nicht noch länger zu warten.

Ich habe mir gestern Gedanken darüber gemacht, wie Diversität in den letzten Monaten meines Lebens aussah und gelebt wurde und ob und warum es wichtig ist, mich weiterhin für Repräsentation und Diversität einzusetzen – und da kam einiges zusammen:

Ich nutze diesen Tag als Auftakt, weil …

  • … ich weiterhin gefragt werde, wo ich denn nun wirklich herkomme.
  • … ich weiterhin gefragt werde, ob ich denn Person of Color sei – ich wäre ja nicht Schwarz.
  • … in Autor*innenvereinen und -Rollenspielforen und -gruppen Themen um Diversität und Repräsentation immer noch wie Fremdkörper behandelt werden.
  • … mein Chef in meiner Abwesenheit verblüfft meine Vorgesetzte fragt, ob ich kein Türke sei, da ich ja ihren – einer Frau – Anweisungen gehorche.
  • … es immer noch Leute gibt, die von „Vergewaltigung“ der deutschen Sprache und von „Gendergaga“ sprechen und völlig fein damit sind, die Repräsentation von Non-Binären und Interpersonen zu unterbinden.
  • … meine Rassismus- und Sexismuserfahrungen ja nur bedauerliche Ausnahmen seien oder gar nicht wahr oder völlig aufgebauscht – und somit auch nicht repräsentativ.
  • … EU-Staaten tatsächlich LGBTI-freie Zonen deklarieren (dürfen).
  • … es immer noch Freund*innen und Bekannte gibt, die das N-Wort verteidigen.
  • … ich immer noch Tonepolicing, White Fragility und Derailing ausgesetzt bin, wenn ich mich als PoC bei Diskussionen melde.
  • … mir immer noch vorgeworfen wird, ich hätte jemanden beleidigt, wenn ich sie*ihn auf seine*ihre rassistische Tat/Aussage hinweise. 
  • … mir immer noch vorgeworfen wird, ich würde mich aus Selbstprofilierung, Wichtigtuerei oder Eigenwerbung mit Rassismus, Diversity und Repräsentation beschäftigen.

Und noch vieles MEHR!

Also! Auf in eine Zukunft mit mehr Diversität und Repräsentation!